Wasserradeln quer durch Mitte

Mit unserer JPBtour wollten wir einmal quer durch Berlin radeln und uns direkt an Schulen und Jugendzentren vorstellen. Leider hatte auch unser gesammelter Optimismus gegen den Regen keine Chance.

Es hätte so schön werden können: Wir satteln unsere Räder, packen JUPMAs und Flyer ein und touren durch die Stadt – vorbei an Schulen, Jugendzentren, Tageszeitungen. Dabei knüpfen wir Kontakte zu dutzenden medieninteressierten Schüler*innen, machen unsere Projekte bekannt und haben zusammen Spaß – eigentlich das Wichtigste bei der Arbeit in der JPB.

Die Fahrradtour sollte uns vom Büro in Mitte aus erst in einer Schleife durch Pankow, dann zurück nach Moabit bis nach Schöneberg führen. Von dort aus wollten wir weiter über den Park am Gleisdreieck nach Kreuzberg und Neukölln und schließlich am Ostbahnhof enden. Zwischendurch wollten wir an vierzehn Schulen halten – viele davon haben Schülerzeitungen, die seit mehreren Jahren auch am Berliner Schülerzeitungs-Wettbewerb teilnehmen.

Die Tour war geplant, vorbereitet und auf allen Kanälen angekündigt. Sogar ein Lastenrad hatten wir gemietet, um all unsere Zeitungen und Magazine transportieren zu können. Die Vorfreude stieg fast ins Unendliche. Dann kam der Wetterbericht. Und mit ihm die ersten Bedenken.

„Habt ihr mal aufs Wetter geschaut? Ich glaube ihr werdet wegschwimmen ;)“
– Rebecca am Donnerstagabend über Facebook

„Angesichts des Wetters und nicht aufhörenden Regens, werde ich wohl absagen. Es macht einfach keinen Spaß, den ganzen Tag durch Regen zu fahren.“
-Johann am Freitagmorgen über Facebook

Egal. So leicht lassen wir uns nicht unterkriegen. Aber wer uns kennt weiß auch, dass Pläne manchmal nur Blaupausen bleiben. Nachdem wir kistenweise Material aus dem Keller geholt hatten, Henriks Anhänger mit einer überdimensionalen Plastikplane abgedichtet und sogar die Fahne gehisst hatten, konnte es los gehen. Im Schneckentempo. Da war es schon nach elf Uhr, wir alle klatschnass – aber trotzdem fest entschlossen, wenigstens einen Teil unserer Zeitungen zu verteilen.

Wir waren kaum um die erste Ecke, da kam uns Lucas mit dem Lastenrad entgegen. Also wir alle zurück zum Büro, den Lastenrad-Korb trocken wischen und Zeitungen umladen.

Wieder auf freier Strecke (inzwischen waren wir gut zwei Stunden hinterm Zeitplan), ist uns leider das am Lenker befestigte Navi abgesoffen. So irrten wir die Invalidenstraße entlang, ohne überhaupt die erste Station erreicht zu haben. Die Blicke der Passanten waren uns sicher.

Schließlich haben wir die Hemmingway-Oberschule doch noch gefunden. Leider war da schon Schulschluss. Und bis zur Käthe-Kollwitz-Oberschule nach Pankow hätten wir es auch nicht mehr rechtzeitig geschafft.

Also haben wir umgedreht, zurück zum Büro. Haben die Zeitungen zurück in den Keller gestapelt und unsere nassen Sachen an Fenstergriffen und Lampen aufgehängt. Wie wir uns dabei gefühlt haben? Wir waren wohl alle ziemlich geknickt, dass selbst unser gesammelter Optimismus gegen höhere Mächte nichts ausrichten konnte. Aber auch ein bisschen stolz, dass wir es wenigstens versucht haben. Wir werden es wieder versuchen. Am Abend kam in Mitte übrigens die Sonne raus.

 

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