Ein Verein mit Geschichte

Als erster Jugendmedienverband Deutschlands ist die Jugendpresse Berlin-Brandenburg schon seit 1947 Anlaufstelle für junge Medienschaffende. Von der Gründung im zerstörten Berlin, über Jahre der Spaltung, Krisen, aber auch der Hochzeiten – die Junge Presse Berlin war immer auch ein Spiegel ihrer Zeit.

Gründung und erste Lebenstage

Die Jugendpresse Berlin-Brandenburg, gegründet als Ring Berliner Schülerzeitungen Ende 1947, entstand wie das RIAS-Schulfunkparlament als Modell der Demokratisierung jüngerer Menschen in Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Seit den 40er Jahren engagieren sich junge Medienmacher*innen bei uns, um ihre Ideen auszutauschen,  Neues kennenzulernen und gemeinsam gegen Zensur zu kämpfen.

Später trug der Verein den Namen Junge Presse Berlin. Die Geschichte der Jungen Presse Berlin war seit den 50er Jahren immer eng mit der Entwicklung der Schülerzeitungen verknüpft. In den 60er Jahren, die ihren Höhepunkt mit der Revolte Ende des Jahrzehnts fanden, wurden Schülerzeitungen auch politischer und nahmen sich den Raum, sich auch kritisch mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen.

1967 war die Junge Presse Berlin Gründungsmitglied der Deutschen Jugendpresse, die zuvor 15 Jahre als BAG Junge Presse firmierte, bevor sie erst 2003 mit dem Bundesverband Jugendpresse zur Jugendpresse Deutschland (JPD) fusionierte.

Zeit der Spaltung

Nach dieser bewegenden Zeit wurde es etwas stiller um die Schülerzeitungslandschaft und die Junge Presse Berlin. Das Zeitungsarchiv, mittlerweile zu einer beachtlichen Größe angewachsen, war einige Zeit in einer Garage in Bremen untergebracht, ehe es auf Initiative Aktiver 1983 wieder zurück nach Berlin überführt werden konnte. Die Landesschüler*innenvertretung reaktivierte die Junge Presse Berlin im Jahr 1976 wieder von Neuen.

Wenig später kam es zu einer Spaltung der Jungen Presse in zwei Lager: eines dominiert von Jungsozialist*innen und eines der sogenannten „Spontis“, die die konfliktreiche Zeit „überlebt“ haben.

Mit der endgültigen Stabilisierung des Vereins und der Wiedervereinigung 1990 wuchs die Mitgliederanzahl in den 90er Jahren auf mehr als 300 an.

Nach der Jahrtausendwende

Mit dem Inkrafttreten des neuen Schulgesetzes am 1. Februar 2004 wurde die Zensur von Schülerzeitungen faktisch abgeschafft. Dies war eine Sternstunde der Junge Presse Berlin, die seit 1987 gegen die geltenden Ausführungsvorschriften für Schülerzeitungen gekämpft und diese Änderung maßgeblich vorangetrieben hat. Die Lage hat sich auch mit der gewachsenen Akzeptanz von Schülerzeitungen seitdem beruhigt.

Dennoch findet Zensur weiterhin statt, sei es durch Nichtwissen vieler Lehrer*innen oder durch die „stille Zensur“, in der Lehrkräfte akzeptierter Weise in die Entwicklung einer Schülerzeitung Einfluss nehmen. Die Junge Presse Berlin ist also auch heute noch gefordert und definiert den Kampf gegen Zensur weiterhin zu einer der wesentlichen Aufgaben des Vereins.

Im Jahr 2022 hat die Junge Presse Berlin ihren 75. Geburtstag gefeiert und zusammen mit aktuellen und ehemaligen Aktiven einen Blick auf die ereignisreiche Vergangenheit des Vereins wie auch in seine Zukunft geworfen.

Nur wenige Wochen später sollte ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Verbands folgen: Am 22. März 2023 entschloss sich die Mitgliederversammlung, mit der Jugendpresse Brandenburg zusammenzugehen. Die Jugendvpresseverbände im Norden haben vorgemacht, wie es funktionieren kann. Mit gleichem Tatendrang wie eh und je und mit gebündelten Kräften soll der Verein von nun an unter dem Namen Jugendpresse Berlin-Brandenburg auftreten.

Quellen gesucht

Du warst selbst einmal in der Jugendpresse Berlin-Brandenburg aktiv, kannst dich noch gut daran erinnern und hast Lust, uns deine Geschichte zu erzählen? Oder hast du vielleicht sogar noch alte Broschüren, Flyer oder Unterlagen? Dann melde dich bei unserer Geschäftsstelle, denn wir sind stets auf der Suche nach neuen Quellen zur ereignisreichen Geschichte unseres Vereins.

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